Tschüß, Vesterålen & moin, Lofoten!

09.09.2019

Bevor es heute auf die Lofoten geht, nutzen wir noch das Angebot unseres Gastgebers und besuchen ihn auf seinem Hof. Wir bekommen eine ausführliche Führung und für den Erlebnisfaktor für Großstädter bekommen wir direkt Brote in die Hand gedrückt, die wir an die Schafe und Ziegen verfüttern und es wirkt, wir sind begeistert! 28 Wildschafe, 1 lustiger, energiegeladener junger Hund, dessen drolliges Wesen seine Optik glücklicherweise wieder wettmacht (und ich bin wirklich leicht für Hunde zu begeistern) und 5 Ziegen schleichen sich sofort in unsere Herzen und dann noch der Vermieter. Der versteht es nämlich, einen Ort mit so viel Liebe zum Detail so gemütlich zu machen, daß man nicht mehr weg will. So verabschieden wir uns schweren Herzens und fahren zur Fähre, die uns bei schönstem Sonnenschein auf die Lofoten bringt und weil das Wetter so gut ist, ist es Quasi ein Muss, auf dem Weg zur nächsten Unterkunft alle Sehenswerten Dinge zu betrachten.

Unser Weg führt uns nach Svolvær, an dem ich auf meiner Hinfahrt zum einen wegen Regen und zum anderen wegen Menschenüberdruss vorbeigefahren bin. Aber Svolvær, das Lofotenmekka, ist ja in aller Munde und meistens werden ja genau solche als Highlight vorausgesagten Orte nicht so dolle, das bestätigt sich auch hier. Was toll ist, ist, daß die Sonne scheint und zwar so, daß wir Eis essen! Juhu! Dann gehen wir ein wenig rum, aber man muß ein bißchen suchen, um ein paar brauchbare Bilder knipsen zu können. Für meinen Geschmack viel zu viel Glas und moderne Architektur, zu viele Hotels und zu viel Touristenhascherei. Aber gut, hinter Svolvær ist nun ´nen Haken dran und wo wir unseren Vitamin D-Haushalt auf Vordermann bringen, spielt ja dafür auch keine Rolle.

Wir fahren weiter und beschließen einem kleineren Örtchen namens Henningsvær einen Besuch abzustatten. Schon die Straße dorthin ist wunderschön und das Fischerörtchen selbst ist klein genug, um uns zu entzücken. Die Besonderheit, die es mir so angetan hat, ist ein Fußballfeld inmitten von Trockenfischgestellen auf einer kleinen Schäre. Um das darzustellen, braucht man aber eine Drohne, die natürlich auch dort um uns rumfliegt und mir wirklich extra Energie abfordert, mich von diesem blöden summenden Störenfried nicht beeinträchtigen zu lassen. Wir machen sogar eine Pause auf den Felsen inklusive Sonnenbad und genießen den Ausblick auf´s Meer. Das war schön, danke Henningsvær.

Und ein letzter Abstecher führt uns zur Atlantikseite zu einem tollen Parkplatz mit Blick auf´s Meer, an dem es abends sicher phantastisch ist, das Nordlicht zu beobachten und für heute sind gute Chancen vorhergesagt. Wir machen einen kleinen Bummel an der Küste entlang und landen vor einer Skulptur, die aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet immer anders aussieht, aber aus der Perspektive, die wir schon beim darauf zulaufen erblicken, einfach ein perfekter Kopf ist, der auf´s Meer schaut.

Dann geht es zur nächsten und letzten gemeinsamen Unterkunft, diesmal beziehen wir einen Wohnwagen, der bei den Gastgebern auf dem Grundstück steht und es ist kein Vergleich zu unserer einsamen Lage von den Vortagen. Wir haben genug Platz und alles, was wir brauchen und auch was wir nicht brauchen, nämlich ganz viel Licht. Wir sind in einer kleinen Stadt, zwar in einer kleinen Seitenstraße, aber es ist nur hell. Entweder von Straßenbeleuchtungen oder von den Außenbeleuchtungen der Häuser, die hier wirklich jeder an hat und das auch mitten in der Nacht. Und dabei ist doch Nordlichtalarm laut der App. Wir sind müde und uns ist kalt, in dieser Stimmung quälen wir uns nochmal raus und gehen zum Wasser, wo wir eigentlich erwartet haben, daß wir dort etwas Dunkelheit finden, aber es wird schwer. Auch der Weg am Wasser ist gesäumt mit Straßenlaternen, die Häuser haben überall Licht und es ist wirklich schwer, was zu sehen. Wir bilden uns fadenscheinige Gebilde am Himmel ein und denken mehrfach, daß es jetzt losgeht, aber das Licht ist nur schwach, bewegt sich nur sehr langsam und wenn man direkt unter einer Lampe steht, ist es gar nicht zu sehen. Das ist ja frustrierend, wir müssen nicht zwangsläufig unser sowieso unfassbares erstes Nordlyserlebnis wiederholen, aber jetzt ist es echt unzufriedenstellend. Irgendwann finden wir ein Bootshäuschen und verstecken uns dahinter, dort ist nämlich Schatten und wir sehen etwas besser, aber zufrieden sind wir nicht, was das Erlebnis angeht. Wir sind nur zufrieden, daß wir jetzt endlich ins Bett können, wir sind nämlich hundemüde.

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