17.09.2019
Als ich wieder auf dem Festland ankomme, regnet es auch dort und so fahre ich in Richtung Stockholm und suche mir einen Schlafplatz. Das ist gar nicht so leicht, ich bin noch gute 80 Kilometer weit von der schwedischen Hauptstadt entfernt, aber vermutlich gehört dieses Gebiet hier schon zum Stockholmer Speckgürtel, denn es ist dicht besiedelt und es gibt einfach keinen Platz für Meta Luise. Überhaupt gibt es in Schweden viel weniger Rastplätze, auch die Versorgung mit Trinkwasser klappt nicht so einfach, aber ich will man nicht mosern, hier regnet es einfach nicht so viel. Irgendwann muss ich dann doch mal die Satellitenbildfunktion von Google Maps fragen, wo ich denn wohl mit dem Metalein noch hinpassen könnte und so nächtigen wir nicht besonders schön, aber immerhin allein in einer zugewucherten Zufahrt zu einem Waldgrundstück, ich gehe mal hundert Meter den Weg um zu gucken, aber da kommt nichts und das Gras ist auch zu hoch gewachsen als daß ich vermuten würde, daß da nun ausgerechnet heute Nacht einer rein- oder rausfahren will. Und es nützt ja auch nix, es wird dunkel und ich muss kochen. Gesagt, getan und wegen Usselwetter schlüpfe ich auch schon in die Schlafklamotten und läute die Nacht ein.
Am nächsten Morgen ist es irgendwie extra kalt in Meta, hab ich das Gefühl. Schnell raus aus ihr, andere Klamotten an und einmal zu so einem Badeplatz gehen, der ganz in der Nähe ist, wo man aber nicht parken konnte. Und dort ist eine so tolle mystische Stimmung, mit Nebel über dem See und tollem Licht, daß ich fast vergesse, daß mir eigentlich kalt ist. Die klammen Finger erinnern mich aber doch daran und so gehts ohne Frühstück direkt auf Tour um mich von der Heizung wieder warm pusten zu lassen, ein Blick auf die Temperaturanzeige vom Wecker sagt, im Auto sind es 3 Grad. Wäre ich nicht schon auf dem Weg nach Hause, würde ich mich jetzt dann echt auf die Socken machen.



Heute steht Stockholm auf dem Plan. Ich war vor etwa 10 Jahren schon mal dort und habe es als schöne Stadt abgespeichert. Und um mich etwas an das Großstadtflair zu gewöhnen, wollte ich heute mal eine kleine Eingewöhnung für die auf mich wartende Hansestadt wagen. Gesagt, getan. Ich habe sogar vor, mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren in irgendein Parkhaus, denn am Nachmittag bin ich mit der großen Tochter der weltbesten schwedischen Mitbewohnerin verabredet und die wohnt am Rande von Stockholm. Ich muss also eh durch die Stadt und suche ein Parkhaus, das war kein Problem. Und ich war auch darauf eingestellt, daß es bestimmt kein Schnäppchen wird, aber egal, ich bin im Urlaub. Als mir dann aber der Parkautomat, den man zum Glück zum Beginn des Parkens aufsuchen muss, sagt, daß ich für etwas mehr als 5 Stunden über 50 Euro zahlen soll, finde ich das doch n bißchen happig und gleichzeitig toll, daß die Stockholmer so ein wirksames Mittel gefunden haben, die Autos aus der Innenstadt fern zu halten. Bei mir wirkt es, ich google mal schnell eine Bahnstation etwas weiter am Stadtrand, fahre dorthin und lasse Meta dort stehen und fahre mit dem Zug ins Zentrum. Warum nicht gleich so?

Und dann erwischt mich Stockholm auf dem richtigen Fuß. Die Sonne scheint und es ist warm und windstill und einfach nur schön. Und vermutlich auch nicht so voll, ich kann es ja schlecht vergleichen, aber überlaufen ist es nicht. Durch die Parkaktion habe ich die Führung, der ich mich eigentlich anschließen wollte, verpasst und so ziehe auf eigene Faust los. Altstadt heißt das Ziel und ich bin entzückt, ich habe völlig vergessen, daß es dort so schön ist. Ich bin verzaubert, in den Bann gezogen und gerade ganz akut in Stockholm verliebt!







Am Nachmittag komme ich dann bei E. an und wir lassen die schwedische Tradition eines Taco-Freitages mal ausnahmsweise auf einen Dienstag fallen und wir haben ein richtig schönes Essen und einen wirklich wunderbaren Nachmittag und Abend gemeinsam, wunderschön!



