Öland

18.-19.09.2019

Mittwoch morgen sause ich aus Stockholm los, Öland heißt das Ziel. Öland ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden und zack, bin ich auch schon drüben. Ich habe die Nordspitze der in die Länge gezogenen Insel anvisiert und es ist schon relativ spät, es wird gerade noch für die Schlafplatzsuche und kochen reichen bevor es dunkel wird. Ich finde einen Parkplatz direkt am Meer, den ich vorher dank Google Maps erspäht habe und ignoriere ein Schild, was dort keine Wohnmobile sehen will. Das ist Meta Luise ja bei Weitem nicht, also Kocher raus und alles anziehen, denn es ist stürmisch. Das hätte ich mir auch gleich denken können, schon beim rauf fahren auf die Insel sieht man massenweise alte Holzwindmühlen, bestimmt bin ich schon an dem einen Abend an 30 davon vorbeigefahren und das hat wohl seinen Grund. Es briest. Doll. Na gut, die Sonne schickt sich an, ganz phantastisch unterzugehen, ich koche und versuche nebenbei trotz Windgeräuschen ein bißchen zu telephonieren und so gleichzeitig das Sonnenuntergangserlebnis zu teilen. Als das Essen aufgegessen ist, die Sonne nur noch einen roten Streifen am Horizont hinterlässt, muss ich auch schon ins Auto, es ist zu kalt. Aber in meinem Nicht-Wohnmobil ist es schön gemütlich, jetzt wo es endlich wieder dunkel wird, kann ich meine Lichterkette anmachen und mich über das Leben, die Reise und die gewonnenen Eindrücke freuen.

Und wer mit der Dunkelheit ins Bett geht und damit sehr früh schläft, der wacht auch früh auf und zwar sehr früh. So früh, daß man sich in Ruhe überlegen kann, ob man nicht auch den Sonnenaufgang betrachten will, denn ich bin fast an der Spitze von Öland und einmal auf die Ostseite rüberzufahren geht ganz schnell. Gesagt, getan, ich rolle auf den nächsten Parkplatz, der erst offiziell Parken ab 7 Uhr erlaubt, aber wenn ich ne öländische Politesse sehen sollte, mach ich ein Photo! Ich bin zum „Langen Erik“ gefahren, dem Leuchtturm der Landspitze und teile mir die morgendliche Ruhe mit dort weidenden Schafen und sich putzenden Kormoranen. Und dann geht sie auch schon auf, sehr hübsch. Vielen Dank übrigens an diejenigen, die dieses Steinmännchen dort im Wasser errichtet haben, das macht sich ja ganz ausgezeichnet auf dem Bild!

Der Tag fängt also an und ich erkunde die Insel ein wenig, heute ist ein Sonnentag, aber wegen immer noch dollen Windes fühlt es sich leider nicht sommerlich an, wenn man aber im Auto windgeschützt sitzt, dann gerät man tatsächlich ins Schwitzen. Schwitzen, weil die Sonne scheint, ganz ohne was zu tun, juhu!

Irgendwie kann ich meine Schlüssel nicht finden?!?

Nach meiner Inselerkundungstour fahre ich wieder aufs Festland, es ist eine schöne Insel, aber ich merke, ich habe eigentlich keine Lust mehr, Neues zu entdecken, ich freue mich inzwischen so auf Zuhause und um dort anzukommen, wird kurzerhand ein Fährticket gebucht und zwar für Sonntag. Jetzt ist es definitiv, das Abenteuer geht zu Ende und zwar noch diese Woche. Am Sonntag werde ich also in Trelleborg an Bord gehen und mich nach Travemünde schippern lassen, denn mein Abenteuer hat nichts weniger verdient als in meiner Herzensstadt Lübeck zu enden – so soll es sein!

Mein Weg im Laufe des Tages bringt mich auch schon nach Südschweden und so parke ich Meta Luise hinter einem Küstenwäldchen und mache einen ausgiebigen Strandspaziergang. Ein ewig langer Sandstrand, die Geräusche der Wellen klingen wie zuhause, der Grund der Ostsee sieht auch aus wie zuhause und ich merke, alles soll so sein, es ist einfach richtig, jetzt wieder nach Hamburg zu kommen. Was für ein überragendes Gefühl, so zufrieden zu sein und alles einfach an seinen Platz fallen zu lassen. Was bin ich doch für ein Glückspilz!

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