Wat is´ nu´ los?

21.09.2019

Ein merkwürdiger Tag bricht an, nämlich der letzte ganze Tag und zwar beginnt der damit, daß es nachts gar nicht kalt wird im Auto stelle ich fest. Es sind nahezu karibische Temperaturen, der Wecker zeigt beim aufwachen 14 Grad an. Ich find es saugemütlich, habe ausnahmsweise mal nicht das Bedürfnis, sofort den Motor anzumachen und irgend wohin zu fahren nur um warm zu werden und denke mir so, ja, wenn ich das öfter erlebt hätte, dann hätte ich vielleicht auch nicht den Drang, nach Hause zu wollen. Wie dem auch sei, es gibt Tee und eine ausgiebige Leserunde auf der Bank mit Blick auf die Vögel, die übrigens erst sehr spät zu Bett gehen, so drang es jedenfalls durchs geöffnete Fenster in mein Ohr.

Dann fahre ich ein wenig an der Küste entlang und sehe mir die Schiffssetzung Ales Stenar in Kåseberga an. Das ist nicht die erste, die ich zu Gesicht bekomme, aber auf jeden Fall die größte. Und ich bin auch nicht allein, relativ viele Leute kommen und gehen und die Hinterlassenschaften von Rindern dampfen noch, die Bande hat sich allerdings an den Strand verzogen und wartet vermutlich darauf, daß die nervigen Touristen wieder abdüsen.

So mache ich mich auf den Weg nach Ystad, wo ich vor 5 Jahren schon mal war. Inzwischen ist es wolkenfrei am Himmel und sonnig und einfach toll. Ich bin ja skeptisch geworden, was das Wetter angeht, insbesondere das gute, und ziehe nur zögerlich was aus, aber heute muss ich. Ein Kleidungsstück nach dem anderen wird runtergepellt bis ich tatsächlich im T-Shirt durch die Stadt laufe!

Schwedisch ungewollter Wortwitz aus der untersten Schublade…

Die letzten schwedischen Kronen haue ich in Secondhandläden auf den Kopf und die allerletzten Krönchen werden in ein Eis investiert, daß genußvoll auf dem Marktplatz in der Sonne verputzt wird. Es ist so herrlich, es macht fast den Anschein als sollte ich überredet werden noch zu bleiben. Ich sage mal so, hätte man mir diese Argumente auch nur ein kleinen wenig häufiger vor Augen geführt, hätte ich vielleicht die Rückreise noch gar nicht in Betracht gezogen, aber jetzt ist es so und ich bin vom Gefühl auch schon fast zuhause und freue mich drauf. Ich freue mich auf ganz Vieles, unter anderem freue ich mich auf meinen Kleiderschrank, der mich mindestens bis Weihnachten ausschließlich mit Röcken und Kleidern versorgen darf. Ich will nicht eine Hose mehr sehen bis dahin und schon gar keine Outdoorsachen!

Ich mache mich auf den Rückweg und probiere mein Glück am Strand, ganz übermütig denke ich, daß ich es tatsächlich heute noch schaffe, den immer noch jungfräulichen Bikini einzuweihen. Aber nix da. Ich zieh ihn zwar an und lege mich an den Strand. Teste schon mal die Wassertemperatur mit den Füßen und beschließe, es wird nicht schön, aber es könnte gehen. Ich leg mich nur mal kurz hin um richtig warm zu werden und dann kühl ich mich ab. Ich habe, wie so häufig, die Rechnung ohne den Wind gemacht. Kaum liege ich da, dreht der nochmal richtig auf und macht, daß ich ein Kleidungsstück nach dem anderen wieder anziehe. Ein trockener Bikini zu unterst, eine Mütze schließt das ganze ab. Was soll es. Für den Bikini ist der Sommer einfach nicht gut gelaufen, das soll vorkommen.

3 Minuten. Maximal.

Dafür ist der Parkplatz nur 10 Meter hinter dem Strand und den Dünen und an dieser Stelle nur mit ein paar Bäumen dazwischen, so daß ich heute vom Wellenrauschen in den Schaf gelullt werde, wie wunderbar.

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