Flucht in die Rondane

Ich hab beschlossen, ich hau hier ab. Dann eben ohne Gipfeltour, ohne Zelttour, ohne Moschusochsen. Ich hab den kürzesten Norwegenurlaub, den es jemals gab und keine Zeit zu verplempern mit frieren und mich vollregnen lassen. Ich bin in die Rondane gefahren, ebenfalls ein norwegischer Nationalpark, den ich auf dem Hinweg schon touchiert habe und aus dem ich vor Jahren mal völlig konsterniert abgehauen bin, weil hier alles zu grün, zu weich, zu lieblich war und ich mich dann im schroffen Jotunheimen zuhause fühlte. Jetzt allerdings ist wohl genau der richtige Zeitpunkt für Liebreiz und höhere Temperaturen und kaum schmeißt Meta ihren Motor an, reißt der Himmel über uns auf und es scheint die Sonne. Zu spät, wir hauen ab.

Die ganze Fahrt über scheint es also fröhlich weiter und in irgendeiner Parkbucht halte ich dann mal an, denn es sind über 10 Grad – juhu! Ich könnte ein rauschendes Fest feiern, aber erstmal will das Cello raus. Gesagt, getan. In der Parkbucht an der Straße durch den Nationalpark. Man sucht es sich nicht aus, wann es möglich ist, aber die Frage ist ja die, ob das jetzt «Straßenmusik» in der ursprünglichsten Bedeutung ist?

Und übrigens – wer jetzt Lust bekommt, dieses wunderschöne Instrument zu spielen und obendrein noch in Hamburg wohnt, dem sei die fabelhafte Cellistin Lisa Malinski als Lehrerin ans Herz gelegt. Danke, Lisa! https://m.facebook.com/LisaMalinskicello/

Der nächste Zeltplatz gehört uns, hier ist niemand an der Rezeption, sowieso alles ganz überschaubar und von Coronaregeln keine Spur. Ich nehme also mal an, daß ich hier für eine Nacht verweilen darf, denn wenn ich mich recht entsinne, habe ich die Norweger ja eher als kleine Hygieneschweinchen kennenlernen dürfen. Der Betreiber des Campingplatzes von heute früh war bestimmt n Deutscher 😉

Hinterlasse einen Kommentar