
Ich fahre gestern Abend noch so weit ich komme, der Regen wird weniger und ich schaffe es sogar, mir was zu Essen zu kochen, neuen Tee und was man eben so macht draußen am Kocher und danach suche ich mir einen schönen Schlafplatz. Das ist leicht, ich bin noch im Landesinneren, in der westlichen Telemark, und es ist dünn besiedelt. Das Tolle aber ist: Ich schlafe nicht im Pullover, nein, einfach nur in Hose und Langarmshirt und die zusätzliche Wolldecke ist am Morgen weggewühlt. Das kann nur eins bedeuten: es ist (norwegisch-) tropische Hitze!

So ist es auch, ich stehe auf und kann kurzärmelig laufen!!! Und barfuß! Du lieber Himmel, bin ich mit Meta übers Ziel hinaus geschossen? Es ist herrlich, ich frühstücke, übe Cello und freu mich. Dann fahre ich die letzte Strecke ans Meer und brauche für 240 Kilometer 6 Stunden. Da kommt Freude auf. Ein Unfall versperrt die Straße, alle müssen umdrehen und die Umgehungsstraßen sind nicht so dicht vernetzt wie in Deutschland. Na gut, nützt ja nix. Nach 20 Minuten der nächste Unfall und auch diese Straße dicht. Hm… ich muss ans Meer, koste es, was es wolle. Es kostet mich hauptsächlich Geduld, aber Meta macht das schon und ich helfe Tori Amos fleißig beim Singen und dann sind wir irgendwann da.
Empfangen werden wir im strahlenden Sonnenschein und ich schnappe Buch, Handtuch, Sonnencreme (!) und sitze stundenlang am Strand und lese. Ich gebe zu, nur mit den Füßen im Wasser gewesen zu sein, der Wind briest ganz schön, aber ich hab jetzt ja noch etwas Zeit um den immer noch jungfräulichen Bikini vom letzten Jahr einzuweihen. Ich bleib dran!

Jetzt am Abend suche ich mir als Schlafplatz einen klitzekleinen Hafen, den kein Tourist kennt und teile mir das Sonnenuntergangserlebnis mit 2 Einheimischen, die sich aber weit verstreuen und so jedem seine Imagination lassen, allein zu sein. So toll. Seht selbst. Ich bin zufrieden. Das war echt knapp, gestern hab ich ehrlich in Erwägung gezogen, früher nach Hause zu fahren, aber jetzt bleib ich hier. Mit Freuden.





